Berliner Rangen in 8 Kapiteln:

Autorin: Ulrike Brückner

Produktion: RIAS 1965 | Laufzeit 257'41 Min.
Erstsendetermine 1965: 18.9. / 2.10. / 16.10. / 30.10. / 13.11. / 27.11. / 11.12. / ??.12. (Archiv weist für das 8. Kapitel den 26.11. aus !? Sendetag war immer der Sonnabend, demzufolge wäre es der 25.12, der 1. Weihnachtsfeiertag.

Erzähler:
Ewald Wenck
Mitwirkende:

Lu Säuberlich (verw. Frau Amtsgerichtsrat Bergmann)
Ingeborg Wellmann (ihre Tochter Charlotte, stets Lotte gerufen)
Edith Hancke (Isolde, deren Freundin)
Reinhold Bernt (Wurstfabrikant Plinske, ihr Vater)
Ilse Trautschold (Minna, Dienstmädchen bei Bergmanns)
Erich Fiedler (Otto W. Hannemann, Schauspieler)
Hermann Ebeling/? (Gerd Range, dessen Freund, ein Jura-Student)
Agnes Windeck (seine Mutter)
Wilfried Herbst (Paulchen Pladde, Tanzstundenjüngling)
Sigurd Lohde (Prof. Nolte)
?? (Edelgard, dessen Tochter)
Karl Hellmer (Onkel Wastl, bayr. für Sebastian)

Edgar Ott (Wachtmeister/Berlin)
?? (sein Sohn Hiesl, bayr. für Matthias)
?? (Dr. Huthmacher, Deutschlehrer)
?? (Wachtmeister Schnarre/Freienwalde)
?? (Kellner in ‹Richters Weinstube›)
?? Geschäftsführer
Minriolle: Hausmeister
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6 Rollen sind offen, 6 Mitwirkende bekannt:
Wolfgang Neusch
Rainer Bertram
Theodor Rocholl
Karl Haas
Liane Croon
R. Süssenguth
Regie: Ivo Veit

Kurzüberblick:

Schauplatz dieser ver(z)wick(el)ten Geschichte ist natürlich Preußisch-Berlin vor der Jahrhundertwende - und, wenn auch nur kurz, Bad Freienwalde und das bayrische Obertutzenhausen!
Ein schönes gemütliches Mietshaus im Tiergarten: Dort wohnt die verwitwete Frau Amtsgerichtsrat Bergmann mit ihrer Tochter Lotte, knappe 18 Jahre alt. Bemüht, standesgemäß zu leben, kommt sie mit der bescheidenen Witwenpension gerade so über die Runden, denn große Wohnung, Kleidung und Essen kosten. Aber für ein Dienstmädchen reicht es noch - man will ja die Fassade wahren.
Lotte bekommt von ihrer Mutter zwei Karten für die Oper, es wird "Der Freischütz" gegeben. Sie nimmt ihre beste Freundin Isolde mit, Tochter des Wurstfabrikanten Plinske, dem auch das Mietshaus gehört. Lotte, die selbst Klavier spielt, begeistert sich für Musik, Isolde hingegen zieht es mehr zum Theater.
In der Oper, nicht 'Bullerloge', sondern 2. Rang 1. Reihe, fühlen sich die beiden jungen Damen aus der Loge gegenüber von zwei »lackierten Affen« durch den Opernkieker beobachtet. In der Pause nimmt man Kontakt auf: Otto Hannemann stellt sich selbst als Schauspieler und seinen Freund Gerd Range vor; man parliert und geht nach der Vorstellung seiner Wege. Auf dem Nachhauseweg werden die beiden Damen überfallen, ein Herr wirft sich todesmutig dazwischen - es ist Herr Range! Lottes Handtasche ist verschwunden und findet sich wieder, daneben ein Herrenhandschuh.
Jetzt stößt auch Herr Hannemann dazu, dem links der Handschuh fehlt! Ein abgekartetes Spiel der beiden Schwerenöter - die Mädchen ziehen empört von dannen und finden die Herren, die sie während der Vorstellung noch als 'Fatzkes' tituliert hatten, gar nicht mal so unattraktiv. Lotte hat es besonders der kurz vor dem Referendariat stehende Studiosus Range angetan, wie sie ihrem Tagebuch anvertraut ...

Beim Tanzstunden-Abschlußball in den Kaisersälen trifft man sich zufällig wieder - der Zufall hieß Isolde, die den Mund nicht halten konnte; den Kreis erweitern Tanzstündenjüngling Paulchen Pladde und Prof. Nolte mit Tochter Edelgard. Ihrem Vater ist Herr Range als Prüfungskandidat aus seinem Seminar bekannt. Zwangsläufig tanzt der öfter mit dessen reizender, aber moppeliger Tochter als mit Lotte, die dementsprechend pikiert reagiert. Das Tanzvergnügen vergeht ihr endgültig, als Gerd ihr Eifersüchtelei unterstellt.

Ortswechsel:
Die beiden Mädels verbingen die großen Ferien im bayrischen Obertutzenhausen im Forsthaus von Onkel Wastl - zwei Großstadtpflanzen treffen Hinterwäldler: Die beiden Mädels machen sich einen Spaß daraus, die Rollen zu vertauschen, wie sie es während der Bahnfahrt in der Gartenlaube gelesen haben: Verwicklungen sind dadurch natürlich nicht auszuschließen, denn der Hiesl, Sohn des Försters, verguckt sich in die vermeintliche Cousine 'Lotte', während 'Isolde' sich ihren Studiker aus dem Kopf zu schlagen versucht. Aber was sollen sie machen, wenn der Hiesl im nächsten Jahr seine Prüfung zum Revierförster bestanden hat und seinen Gegenbesuch antritt?

Zurück in Berlin:
Schülertheater am Königin-Luise-Lyzeum, geprobt wird die Aufführung Schlacht im Teutoburger Wald, 9. n. Chr., ein Festspiel zum 50. Schuljubiläum geleitet von Deutschlehrer Dr. Huthmacher - und der zieht ausgerechnet Otto Hannemann als Experten für die Proben hinzu. Das Problem: Am Mädchengymnasium fehlt ein Mann für die Rolle des Arminius. Den soll Isolde spielen, doch Hannemann ist wenig angetan von ihrem Können und schlägt vor, die Rolle von einem Freund spielen zu lassen. Das ist, wir ahnen es bereits, Gerd Range! Der nutzt die Gelegenheit natürlich gern, zumal ein Kuß, wenn auch nur als simulierter Bühnenkuß, vorgesehen ist ...
Ob das der Frau Amtsgerichtsrat gefallen wird?

Die weilt später zur Kur in Karlsbad, das nutzen die beiden Jungverliebten aus: Kurz vor der Prüfung bei Prof. Nolte spricht man bereits vom Heiraten. Ein Brief nach Bayern, den sie für Isolde einwerfen soll, erregt Verdacht beim Verlobten, doch Eifersucht weist er strikt von sich.
Isolde ist beleidigt, nur zur Souffleuse degradiert zu sein. Doch Hannemann rät, als er erfährt, daß Isoldes Vater recht vermögend ist, zu Schauspielunterricht, den er natürlich selbst erteilen würde.

Staunen muß der Kaltmoser Hiesl, als er nach Berlin kommt und das Dienstmädchen Minna ihm nichtsahnend von Lottes Verlobten erzählt. Erst recht kommt dem bayrischen Naturbuschen die Galle hoch, als spätabends nach langem Warten vor der Haustür das Pärchen heimkommt und der vermeintliche Nebenbuhler auftaucht, was die Verwirrung komplett werden läßt.
Er verflucht das »Flitscherl, das niederträchtige« und die »Preißn, elendige« und tritt die Heimreise an.
Im Disput fand ein "postlagernder" Briefwechsel Erwähnung - Range geht ein Licht auf, denn anscheinend findet er seinen Verdacht bestätigt. Der angehende Jurist gerät in Rage und meint, seinen Vorgänger getroffen zu haben. Er zieht Lotte zur Rechenschaft, wünscht "Leb wohl" und verläßt türenschmeißend die Wohnung. Umgehend kommt aus Bayern ein geharnischter Brief, in dem der vermeintlichen 'Lotte' die Trennung verkündigt wird.

Ob da wohl noch »allet in de Richte« kommt, wie nicht nur Ewald Wenck sich skeptisch fragt?

[Laufzeit je Folge ca. 25-30 min.]

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